Ev.-Luth. Kirchengemeinden Seedorf und Mustin

Die Maria-Magdalenen-Kirche zu Mustin gehört zu den ältesten Dorfkirchen im Lauenburger Land. Sie ist einer der Frauen gewidmet, die an Ostern zum Grab Jesu kamen und es leer fanden. Ein bestimmter Kirchweihtag ist für die Kirche nicht überliefert. Der Bau der einschiffigen Kirche wurde vor dem Jahr 1200 in spätromanischem Stil begonnen und im frühen 13. Jahrhundert im frühgotischen Stil beendet. Der im Westen vorgesetzte Holzturm, durch den man heute die Kirche betritt, stammt aus dem 18. Jahrhundert. Eine nach Süden an den Chor angebaute Sakristei wurde 1961 abgerissen.

Der Weg zur Kirche führt über den Friedhof. Der Mustiner Friedhof unterscheidet sich von vielen Friedhöfen dadurch, dass keine Büsche oder Hecken die Grabplätze voneinander trennen. So bietet er insgesamt einen hellen und freundlichen Anblick. - Wie die Kirche selbst, so sind auch die meisten Gräber nach Osten ausgerichtet, dem Ort der aufgehenden Sonne. Sie ist für den christlichen Glauben das Symbol der Lebenshoffnung: Am Ende wird das Leben siegen, denn in Christus ist das neue und unvergängliche Leben versprochen. Und darum ist für Christen der Friedhof dann wohl ein Ort der Trauer, aber kein Ort des Schreckens. Friedhöfe sagen uns: Im Leben und im Tod sind wir in Gottes Hand.

Der Name des Kirchdorfes "Mustin" ist slawischen Ursprungs und bedeutet wohl so viel wie "Brücke". Darin mag man auch einen Hinweis sehen auf die einst besondere Lage des Ortes Mustin als einer Brücke hinüber in den slawischen Lebens- und Kulturraum. Und von Anfang an lag so auch das Kirchspiel Mustin auf der Grenze. Seine erste Erwähnung findet es in einer Urkunde aus dem Jahr 1194. Wenig später, um 1230, gehörten zur Kirchengemeinde die Dörfer Mustin, Lankow, Dechow, Thurow (später Groß Thurow), Slawisch Thurow (später Klein Thurow), Dutzow, Kittlitz, Goldensee, Ekhorst, Röggelin und Gardensee.

Einige Dörfer sind schon im Mittelalter untergegangen, andere hat die Gemeinde mit der Teilung Deutschlands 1945 verloren und nach der Wiedervereinigung offiziell an die mecklenburgische Kirche abgegeben. So besteht das Kirchspiel heute nur noch aus den Dörfern Mustin und Kittlitz mit dem Gut Goldensee und ist mit etwa 620 Gemeindegliedern eine der kleinsten Kirchengemeinden im Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg, Bezirk Herzogtum Lauenburg.

Mittelpunkt des Gemeindelebens ist das Gemeindehaus in Mustin. Dort treffen sich Sport- und Gymnastikgruppen (montags), die Senioren (mittwochs), Kleinkinder mit Eltern sowie die Kinder des Kinderzirkus "Klecks" und die Konfirmanden (donnerstags), ein Tanzkurs (donnerstags), der Posaunenchor (freitags). - In der Mustiner Kirche finden Gottesdienste im Wechsel mit der Kirchengemeinde Seedorf, in der Regel um 10 Uhr, am letzten Sonntag im Monat verbunden mit Feier des Abendmahls. Darüber hinaus gibt es monatliche Gottesdienste in der Seniorenpension am Ort. Zu bestimmten Zeiten im Jahr werden auch Gottesdienste im Dorfgemeinschaftshaus in Kittlitz oder unter freiem Himmel gefeiert. - Zum Gemeindeleben unbedingt dazu gehört der Kindergarten mit einer Elementargruppe und einer Krippengruppe (es werden also auch unter dreijährige Kinder aufgenommen), an 5 Tagen in der Woche von 07:30 bis 15:30 Uhr geöffnet.

Ein Hinweis für Gäste: Zwischen Ostern und dem Erntedankfest ist die Kirche tagsüber geöffnet. Wer im Winterhalbjahr die Kirche besichtigen möchte, erhält den Schlüssel im Pastorat. Seelsorgerliche Gespräche und Beratung, gemeinsames Gebet, Einzelbeichte oder Segnung sind nach Absprache jederzeit möglich: Tel. 04546-8089389 (Pastor Jakob Henschen). Das Gleiche gilt für Kirchenführungen.

mail@kirche-seedorf-mustin.de